Tagung
Flexible Kinderbetreuung:
Kinder –Eltern – Unternehmen – Träger | Alle profitieren!
Wie organisieren und finanzieren unsere europäischen Nachbarn Kinderbetreuung und was können wir in OWL lernen? Wie schaffen die Träger – auch mit Blick auf die demographischen Entwicklungen - erfolgreich den Wandel? Vor allem interessiert aber zunächst, wie die Anforderungen der Unternehmen an Familienfreundlichkeit und Kinderbetreuung für die Mitarbeiterkinder konkret aussehen. Licht in das Dunkel hat die Studie von Dr. Christel Faber von der Universität Bielefeld gebracht. Die Auftraggeber dieser Studie, die Partner in der Initiative für Beschäftigung OWL e. V. nämlich die Bertelsmann Stiftung, die Stadtwerke Bielefeld, die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, die von Laer Stiftung und Frau und Arbeit in der Region - wollten es genau wissen:
Was tun die ostwestfälischen Unternehmen schon jetzt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf - wie sehen die Anforderungen der Unternehmen an Kinderbetreuung konkret aus und für welche Angebote von Kinderbetreuung würden sie sich die Unternehmen in OWL auch finanziell engagieren?
Das erste Fazit von Dr. Faber: Familienfreundliche Unternehmenspolitik steigert die Arbeitgeberattraktivität und rechnet sich! In fast allen Unternehmen gibt es flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten. Durch familienfreundliche Regelungen haben insbesondere Unternehmen in ländlichen Regionen in OWL eine Chance ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern! Unternehmen wollen sich finanziell für Kinderbetreuungs-Dienstleistungen engagieren, aber wichtiger als die Kosten ist ihnen die Qualität. Die Unternehmen wünschen sich qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, die von qualifiziertem pädagogisch geschultem Personal in guten Räumlichkeiten in der Nähe des Unternehmens erbracht werden. Wenn die Qualität stimmt, dann werde auch die finanzielle Beteiligung möglich, hat Frau Dr. Faber in ihrer Befragung festgestellt. Im Mittelpunkt des neuen Anbieter-Marktes sollte aber immer noch das Kind und das Kindeswohl selbst stehen, so die Expertin Prof. Dr. Musiol von der Hochschule Brandenburg. Auch sie geht davon aus, dass nur durch qualitativ hochwertige Dienstleistungen das Lernen und die Entwicklungen der Kinder gefördert wird.
Der Dialog zwischen Unternehmen – Trägern – Kommunen und Eltern drehte sich in den drei Workshops um die innovativen Dienstleistungsangebote, um Finanzierungskonzepte und um Fragen des konkreten Veränderungsmanagements.
Eine besondere Aufmerksamkeit galt dem Kindertagesstättenunternehmer Dieter Kern aus Prag und Jeanne van der Lith aus der Wirtschaftsabteilung der Niederländischen Botschaft. Wie Oel ging es manchem Trägervertreter wohl hinunter, als Herr Kern die Schwierigkeiten rund um den Betrieb einer Kindertagesstättenbetreuung darstellte. Dieter Kern ist im Hauptberuf Unternehmensberater und hatte sich den Aufbau einer Kita etwas einfacher vorgestellt. Aber, so der Prager Unternehmer, es gibt keine Alternative in Tschechien als den Betrieb einer eigenen Tageseinrichtung für Kinder, wenn man Ansprüche an Flexibilität und Qualität hat. Die Workshopteilnehmer jedenfalls zeigten sich von den Ideen des Herrn Kern begeistert.
Aber auch Frau van der Lith war, typisch niederländisch, für manche Überraschung gut. Ab 2007 zaht der Arbeitgeber 1/3 der Kinderbetreuungskosten in unserem westlichen Nachbarland. Ausprobieren, so das Credo der Holländerin, und wenn es nicht gut funktioniert, dann eben anders machen. Wären wir Deutschen doch etwas prakmatisch veranlagt.
„Vieles ist möglich in rechtlicher, organisatorischer und personalpolitischer Hinsicht!“, ist Wilfried Lütkemeier von der von Laer Stiftung, Träger des bundesweit ausgezeichneten „minmax Projektes“ und Mitveranstalter überzeugt! „Unser Ziel ist erreicht, wenn die Teilnehmer auf dem OWL Forum einen Impuls für die nächsten Handlungsschritte in ihren Unternehmen erhalten haben“, so Martina Helmcke von der Initiative für Beschäftigung OWL e. V. .